Sommer Retreat Kalapa

Der innere Richter ist diese strenge Stimme in uns, die immer etwas auszusetzen hat. Er kommentiert unser Handeln, kritisiert unsere Fehler, vergleicht uns mit anderen und findet uns nie gut genug. Oft tarnt er sich als Disziplin oder Vernunft, doch in Wahrheit ist er der Wächter unserer tiefsten Selbstzweifel. Er nährt sich von alten Mustern, von übernommenen Glaubenssätzen aus der Kindheit, von Ängsten, nicht zu genügen.

Selbst-Liebe beginnt, wenn wir diesen Richter nicht mehr für die Wahrheit halten. Wenn wir ihn nicht bekämpfen, sondern ihn mit Mitgefühl betrachten: „Ah, da bist du wieder. Aber du bist nicht, wer ich bin.“ Es geht nicht darum, den Richter zum Schweigen zu bringen, sondern ihm mit einer größeren, sanfteren Kraft zu begegnen – der Liebe zu uns selbst.

Diese Liebe ist nicht egoistisch, nicht arrogant. Sie ist das tiefe Erkennen: „Ich bin genug, so wie ich bin.“ Sie zeigt sich in kleinen Momenten – in Nachsicht, in Güte, in der Erlaubnis, Mensch zu sein. Und je mehr wir sie nähren, desto leiser wird der Richter. Bis er schließlich nicht mehr gebraucht wird. Denn wo Liebe ist, gibt es nichts zu verurteilen – nur ein stilles Ja zu uns selbst.

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