Reines Gewahrsein ist das, was bleibt, wenn alles andere vergeht. Jenseits von Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen und Konzepten gibt es eine stille Präsenz, die nicht kommt und nicht geht. Sie ist nicht etwas, das wir erzeugen oder erreichen müssen – sie ist immer da. Doch unser Geist ist so sehr daran gewöhnt, sich an Inhalte zu klammern, dass wir dieses klare, offene Gewahrsein übersehen.
Reines Gewahrsein ist kein Zustand, keine Erfahrung im gewöhnlichen Sinne. Es ist das Feld, in dem alle Erfahrungen auftauchen und wieder vergehen. Gedanken erscheinen darin, doch es ist nicht die Gedanken. Gefühle durchziehen es, doch es ist nicht die Gefühle. Es ist die leuchtende Klarheit, die alles wahrnimmt, ohne sich in irgendetwas zu verfangen.
Wenn wir aufhören, uns mit dem zu identifizieren, was kommt und geht, öffnet sich eine Freiheit, die mühelos ist. Das Leben wird weiter seine Höhen und Tiefen haben, doch es gibt etwas in uns, das unberührt bleibt – ein stilles, sanftes Sehen, das nichts braucht, nichts festhält. Und in diesem Sehen liegt Frieden. Nicht der Frieden eines perfekten Lebens, sondern der Frieden, der aus der tiefen Erkenntnis erwächst: Ich bin nicht das, was vergeht. Ich bin das, was bleibt.