Mahamudra, das „Große Siegel“, ist eine direkte und tiefgründige Lehre über die Natur des Geistes. Es weist darauf hin, dass alles, was wir erfahren – Gedanken, Emotionen, Wahrnehmungen – letztlich leer und doch leuchtend ist. Leer, weil sie keine feste Existenz haben. Leuchtend, weil sie dennoch erscheinen.
Anstatt den Geist zu kontrollieren oder zu verändern, lädt Mahamudra uns ein, ihn einfach zu sehen, wie er ist. Gedanken kommen und gehen, doch was bleibt, ist das offene Gewahrsein, in dem sie auftauchen. In dieser Einfachheit liegt Befreiung.
Die Praxis von Mahamudra beginnt oft mit der Schulung der Achtsamkeit, um zu erkennen, wie der Geist funktioniert. Doch der wahre Durchbruch geschieht, wenn wir alles Loslassen – selbst die Vorstellung eines Meditierenden, der meditiert. In diesem mühelosen Sein erkennen wir: Der Geist war nie gefangen, nie begrenzt.
Mahamudra zeigt uns, dass es nichts zu erreichen gibt. Es geht nicht um ein Konzept oder eine besondere Erfahrung, sondern um das Erwachen zu dem, was immer schon da war – die unbegrenzte, stille Weite des Seins, frei von Anhaftung und Widerstand. In diesem Raum ist alles möglich, und doch gibt es nichts zu tun – außer einfach zu sein.