Mahamudra

Mahamudra – „Das große Siegel“ – ist eine der tiefsten Meditationstraditionen des tibetischen Buddhismus. Es zeigt uns direkt die wahre Natur des Geistes: grenzenlos, offen, klar und von Natur aus frei. Mahamudra ist kein intellektuelles Konzept, sondern eine unmittelbare Erfahrung – die Erkenntnis, dass der Geist selbst nichts Greifbares ist und doch alle Erscheinungen in ihm aufsteigen und vergehen.

Anstatt sich in Gedanken zu verlieren oder sie zu unterdrücken, erlaubt Mahamudra, sie einfach kommen und gehen zu lassen, wie Wolken am Himmel. Nichts muss verändert oder verbessert werden – der Geist ist in seiner ursprünglichen Natur bereits vollkommen. Diese Erkenntnis geschieht nicht durch Anstrengung, sondern durch entspanntes Gewahrsein.

Die Praxis von Mahamudra beginnt oft mit der Schulung der Aufmerksamkeit, um den Geist zu stabilisieren. Doch schließlich geht es darum, alles loszulassen – selbst das Greifen nach Meditation. Es gibt nichts zu erreichen, denn das, wonach wir suchen, ist immer schon hier: die offene Weite des Seins, klar wie ein stiller See, tief wie der unendliche Raum.

Wenn Mahamudra erkannt wird, gibt es nichts mehr zu fürchten, nichts mehr zu halten – nur das Spiel des Lebens, das mühelos erscheint und vergeht, in grenzenloser Freiheit.

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