Innere Stille ist nicht die Abwesenheit von Geräuschen oder Gedanken, sondern ein tiefer, ruhiger Raum in uns, der immer da ist – unabhängig davon, was im Außen geschieht. Sie ist wie der weite Himmel, während Gedanken und Emotionen wie vorbeiziehende Wolken erscheinen und wieder vergehen.
Oft suchen wir Stille, indem wir äußere Ablenkungen vermeiden. Doch wahre Stille entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch das Loslassen des Widerstands. Wenn wir aufhören, Gedanken zu bekämpfen oder Gefühle zu unterdrücken, wenn wir uns erlauben, einfach zu sein, beginnt sich die innere Stille von selbst zu entfalten.
Ein Weg, sie zu finden, ist Achtsamkeit. Wenn wir den Atem spüren, ohne ihn zu verändern, wenn wir ganz in der Gegenwart ruhen, geschieht etwas Unerwartetes: Der Geist wird klarer, offener. Selbst wenn Gedanken auftauchen, verlieren sie ihre Schwere. Sie dürfen da sein, doch wir identifizieren uns nicht mehr mit ihnen.
Diese Stille ist nicht leer oder kalt – sie ist lebendig, weit, voller Präsenz. Sie trägt eine tiefe Freude in sich, eine Freiheit, die nichts braucht. Wer die innere Stille findet, erkennt, dass sie nie wirklich verloren war. Sie war immer hier – unter dem Lärm der Welt, im Raum zwischen den Gedanken, in der Einfachheit des Seins.