Herzensenge entsteht, wenn wir uns verschließen – vor Schmerz, vor Erinnerungen, vor dem, was in uns berührt werden will. Es fühlt sich an wie ein Knoten in der Brust, ein sanfter Druck oder eine unsichtbare Wand zwischen uns und dem Leben. Doch anstatt diese Enge wegzudrücken, können wir ihr mit liebevollem Gewahrsein begegnen.
Liebevolles Gewahrsein bedeutet, mit dem zu sein, was ist – ohne Widerstand, ohne Urteil. Es ist ein sanftes Innehalten, ein Lauschen auf das, was die Enge sagen will. Vielleicht verbirgt sich darin eine alte Angst, eine Traurigkeit, die gesehen werden möchte. Vielleicht ist es die Stimme eines jüngeren Selbst, das sich nach Trost sehnt. Wenn wir uns der Enge mit Mitgefühl zuwenden, beginnt sie sich zu verwandeln.
Oft reicht es, einfach da zu sein, den Atem zu spüren, die Empfindung zuzulassen. Wir bemerken, dass die Enge nicht fest ist, sondern sich bewegt, verändert, weicher wird. Sie löst sich nicht durch Kampf, sondern durch Annahme. Und in diesem Raum der Annahme geschieht Heilung.
Was sich erst eng anfühlte, wird weit. Was schmerzhaft war, wird sanft. Und wir erkennen: Unser Herz war nie wirklich verschlossen – es wollte nur liebevoll gehalten werden.